Anwendungsbereiche

Die Systeme von ACTIVE INSTRUMENTS finden Anwendung bei allen Eingriffen, bei denen eine Unterstützung der manuellen Tätigkeit des Operateurs vorteilhaft ist: Wenn an den Grenzen der menschlichen Feinmotorik, etwa in der Mikro-, Neuro- oder Ophthalmochirurgie gearbeitet wird, bei stereotypen und zeitintensiven Tätigkeiten wie dem Verschluss größerer Wunden, in Regionen mit erschwertem instrumentellen und Sichtzugang, wenn geometrisch exakte, mit bildgebenden Verfahren geplante Interventionen erfolgen sollen oder wenn sich, wie in der Chirurgie am schlagenden Herzen, die bearbeitete Struktur bewegt.

Mikro-, Neuro-, Ophthalmochirurgie

Im mikrochirurgischen Anwendungsumfeld, am Limit der menschlichen Feinmotorik bestimmen manuellen Fähigkeiten des Chirurgen Dauer und Ergebnis der Operation.

Die Verwendung tremorkompensierender handgehaltener Instrumente beschleunigt nicht nur die Intervention, sondern bietet auch die Möglichkeit, in derselben Zeit etwa durch Anastomosierung einer größeren Zahl von Nerven oder (Lymph-) Gefäßen ein besseres klinisches Ergebnis zu erhalten.

Mit diesem Instrumentarium werden auch neue therapeutische Möglichkeiten zugänglich. Dazu zählt beispielsweise die Zentralvenenthrombose im Auge durch eine direkte Punktion der V. centralis retinae mit einem selbständig positionierenden Injektor zu behandeln.

Orthopädische Chirurgie

Bei makroskopischen Eingriffen, beispielsweise in der orthopädischen Endoprothetik, kann es sinnvoll sein, die Intervention zunächst auf der Basis von individuellen dreidimensionalen Daten, die mit Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) erstellt wurden, zu planen.

Die geometrisch exakte Umsetzung erfolgt durch aktiv bewegliche Arbeitsspitzen eines handgeführten Instruments, das sich an anatomischen oder geeignet angebrachten Landmarks orientiert.

Eine präzise Positionierung von Instrumenten wie Bohrer, Fräse oder Säge gegenüber dem zu bearbeitenden Körperteil wird damit garantiert.

Der Operateur hat dabei die volle Kontrolle und kann jederzeit auf manuelles Arbeiten wechseln. Auch dadurch, dass der chirurgische Zugang zum Operationsgebiet nicht größer sein muss und die Geräte einen mechanisch begrenzten Aktionsradius haben, ist eine vermeidbare Traumatisierung ausgeschlossen.

Kardiochirurgie

Handgehaltene Robotik wird auch ein Schlüssel für Eingriffe am bewegten Herzen sein. Die Synchronisierung der Arbeitsspitze mit dem Takt des Herzschlags erzeugt einen „virtuellen Stillstand“.

Der Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine wird dadurch in vielen Fällen unnötig, der Eingriff verläuft schonender und die Rehabilitation schneller.

Auch hier behält der Operateur volle Kontrolle und der Aufwand für ein stationäres Robotersystem entfällt.